Pressemeldung vom 6. März 2008

- Bohrturm ist für die Landesgartenschau gerollt !

Er ist noch einmal über den historischen Bohrhäuschen gerollt. Allerdings nicht zum Zweck der Soleförderung. Der historische Bohrturm der Bad Rappenauer Saline wurde jetzt auf das Gelände der Landesgartenschau versetzt. Dort soll der 18 Tonnen schwere Eisenkoloss die Ausstellungs-beiträge um das Thema "Sole und Salzgewinnung" ergänzen.
Der neue Standort, genau über dem Pumpenhäuschen mit der Nummer neun, befindet sich auf der so genannten Soleachse. "Dort steht auch unser Gradierwerk, das dieser Tage fertiggestellt wurde. So schließt sich praktisch hier der Kreis. Denn Die Soleachse spielt nach wie vor eine wichtige Rolle für Bad Rappenau. Mittlerweile hat man dort die 13. Bohrung niedergebracht", erläutert LGS-Geschäftsführer Markus Fleck.

Gezogen von insgesamt drei Vier-Achs-Bergungsfahrzeugen rollte der Gigant rund 50 Meter über die ehemaligen Schienen bei den Bohrhäusern.
Norbert Fischer, Inhaber eines Abschlepp- und Bergeuntenehmens aus Heilbronn, leitet die Aktion. "Das ist diesmal kein alltägliches Abschleppgeschäft, aber solche Dinge machen wir schon öfter mal", so der Firmenchef, der nicht nur die Einsatzfahrzeuge zur Verfügung stellte, sondern auch die gesamten Kosten für die Verladung übernahm. Zuerst mussten Fischer und sein Team den Turm mithilfe von Seilwinden seitlich auf die Schienen ziehen. Über 25 Millimeter starke Stahlplatten und mehrere Liter Seifenwasser rutschten die vier Räder des Eisenkolosses Stück für Stück quer bis zum Schienenstrang. Zusätzlich griffen Fischers Männer noch zum Vorschlaghammer und bearbeiteten seitlich die Turmräder. "Super, hat genau gepasst", freute sich Norbert Fischer über die zentimetergenaue Maßarbeit. "Das war eigentlich der kritischste Moment, bis die Räder exakt auf den Gleisen sitzen. Jetzt kann eigentlich nichts mehr schief gehen", war sich der Bergungsprofi sicher. Dass ausgerechnet das Dach am kürzlich renovierten Bohrhaus noch Schwierigkeiten machen sollte, konnte Fischer noch nicht ahnen. An zwei Stahlseilen fixiert, rollte der Turm gemächlich auf den Schienen. Bis zum neuen Standort.
Auf den Zentimeter genau zog die 35-Tonnen-Winde an Bord des gelben Bergungsfahrzeuges den Bohrturm über den Dachfirst des Pumpenhäuschens Nummer Neun. Doch dann war Schluss: Der Eisenkoloss bewegte sich nicht mehr weiter: Die Dachluke am Bohrhaus war zu hoch.
Was tun ? Ein Schreiner aus Bad Rappenau wurde herbeordert. Der hobelte kurzerhand Späne und kürzte den Rahmen der Luke, durch die einst das Bohrgestänge eingebracht wurde. Dann endlich konnte Norbert Fischer wieder die schwarzen Hebel für die Seilwinde drücken und den knapp 19 Meter hohen Turm langsam das letzte Stück übers Dach des kleinen Bohrhauses ziehen. Dort darf er erst einmal stehen bleiben.
Auch nach Ende der Landesgartenschau. "Wir sind froh dass doch noch alles so gut geklappt hat, wenngleich es auch länger gedauert hat, als geplant. So schnell jedenfalls wird der Turm sicher nicht mehr versetzt werden", sagte LGS-Geschäftsführer Markus Fleck nach der knapp vierstündigen Aktion.